Master of Advanced Studies in Psychotherapie mit kognitiv-behavioralem Schwerpunkt

Die Fakultät für Psychologie der Universität Basel ist Trägerin des vierjährigen berufsbegleitenden Masterstudienganges in Psychotherapiemit kognitiv-behavioralem Schwerpunkt. Zugelassen werden Psychologinnen und Psychologen sowie Medizinerinnen und Mediziner mit Universitätsabschluss. Die im MAS absolvierten Studieninhalte werden von den PSP für die Erlangung des eidgenössischen Fachtitels angerechnet.

Die Weiterbildung vermittelt den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand der Klinischen Psychologie und der Psychotherapieforschung. Sie befähigt die Teilnehmenden, psychische Störungen im Rahmen der Vorbeugung, Behandlung und Rehabilitation vertieft zu kennen. Die Teilnehmenden sind in der Lage, psychische Störungen zu erkennen, zu diagnostizieren, psychotherapeutische Interventionen zu planen und auf ihre Wirksamkeit hin zu evaluieren.

Ausgangspunkt sind dabei relevante Erkenntnisse der Allgemeinen und der Klinischen Psychologie sowie ihrer Nachbardisziplinen, u.a. Psychopathologie, Psychophysiologie und Sozialwissenschaften. Der MAS-Studiengang strebt eine komplementäre Vermittlung von klinisch-psychologischem Basiswissen und störungsspezifischen Kompetenzen an. Die Weiterbildung orientiert sich am lerntheoretischen Paradigma und an wissenschaftlichen Erkenntnissen der Verhaltenstherapie (auch unter Einbezug der 3. Welle) sowie Elementen anderer psychotherapeutischer Verfahren. Die Veranstaltungen sind organisatorisch den PSP angegliedert und werden im „Code-Share“-System durchgeführt.

MAS Inhalte

Die Weiterbildung in Psychotherapie mit kognitiv-behavioralem Schwerpunkt umfasst in den ersten vier Semestern Basismodule, die Grundlagen zur Diagnostik, zur therapeutischen Beziehungsgestaltung sowie einen Überblick über die häufigsten Krankheitsbilder vermitteln. 
In den zweiten vier Semestern werden  die einzelnen Krankheitsbilder vertieft. Dabei werden die Krankheitsbilder Panikstörung, Schlafstörungen, Somatoforme Störungen und Schmerzstörungen, soziale Ängste, Generalisierte Angststörungen, Zwangsstörungen sowie schliesslich auch Bipolare Störungen vertieft. Störungsübergreifend werden Aspekte der Suizidalität, die Thematik von Eltern mit kranken Kindern resp. kranke Eltern mit ihren Kindern, Paarprobleme, Berichte und Gutachten, Grundlagen und Methoden der Gruppendynamik thematisiert. Abschliessend werden Aspekte der Praxiseröffnung, rechtliche Rahmenbedingungen und versicherungsbezogene Aspekte angesprochen.

Die klinischen Trainings vertiefen über die Semester fortlaufend die Themen Eingangs- und Eröffnungsphase, Therapiemotivation, Problemanalyse (HVA, VVA), Grundlagen der Schematherapie, Indikationsstellung und Therapieplanung, Therapieverlauf, Therapieevaluation sowie die Integration ergänzender Methoden, unter anderem systemische Ansätze, d.h. Gespräche und Interventionen bei Familien und Paaren sowie spezielle Lebenssituationen (Erkrankungen und Tod). Studienplan

Studienelemente

Workshops
In den Lehrveranstaltungen werden theoretische Kenntnisse (Grundlagen, Indikationsstellung, Therapieverläufe und Evaluation) sowie praktische Kenntnisse (Methodentraining und therapeutische Techniken) vermittelt. Dabei werden störungsspezifische und störungsübergreifende Lehrveranstaltungen angeboten. Die Workshops finden in der Regel zusammen mit Teilnehmenden der Weiterbildung für Medizinerinnen und Mediziner sowie weiteren interessierten Fachpersonen statt.

Klinisches Training
Das Klinische Training vermittelt ergänzend zu den Workshops Fertigkeiten zur Durchführung psychotherapeutischer Behandlungen. Im Zentrum stehen die  Einübung spezifischer therapeutischer Fertigkeiten und die Gestaltung der therapeutischen Beziehung bzw. des therapeutischen Prozesses.

Masterthesis
Die Masterthesis beinhaltet eine wissenschaftliche Auseinandersetzung der Behandelbarkeit spezifischer Störungsbilder mit jeglichen therapeutischen Methoden. Der Umfang richtet sich nach dem Reglement der Master of Advanced Studiengänge der Universität Basel.

Anmeldung

Voraussetzungen für die Teilnahme an der psychotherapeutischen Weiterbildung sind:

  • ein Universitätsabschluss in Psychologie oder Fachhochschulabschluss gem. PsyG im Hauptfach Psychologie. Inhaberinnen und Inhaber eines ausländischen Hochschulabschlusses in Psychologie müssen diesen beim Bundesamt für Gesundheit BAG als gleichwertig anerkennen lassen.
  • der Nachweis über hinreichende Lehrveranstaltungen in Psychopathologie
  • Studierende mit Schwerpunkt/Hauptfach in der klinischen Psychologie brauchen keinen zusätzlichen Beleg. Psychologiestudierende mit Schwerpunkt ausserhalb der klinischen Psychologie sollten die Veranstaltungen zu störungsspezifischem Wissen belegt haben. Es werden mindestens 12 ECTS verlangt. Eine Einreichung der entsprechenden Testate (Kopien Studienbuch, Tabella scholarum etc.) ist notwendig. Teilnehmende, welche Psychopathologie nicht nachweisen können, haben im Rahmen der Weiterbildung die Möglichkeit, ein Zusatzcurriculum (CAS) zu erwerben.
  • die Gelegenheit zu therapeutischer Tätigkeit während der Weiterbildung.

Die Anmeldung zur Weiterbildung ist per E-Mail in einem PDF bis Ende April bei der Geschäftsstelle einzureichen. Die Bewerbungsunterlagen beinhalten einen Lebenslauf, Abschluss- und Arbeitszeugnisse sowie ein Motivationsschreiben.

Es folgt ein formales Aufnahmegespräch mit den Bewerberinnen und Bewerbern, in welchem Themen wie persönliche und fachliche Voraussetzungen, Motivation, gegenseitige Erwartungen und organisatorische Belange geklärt werden. Das Gespräch wird von einer Ausbildnerin oder einem Ausbildner geleitet. Über die definitive Zulassung zur Weiterbildung entscheidet eine von der Leitung delegierte Expertenkommission. Der Bescheid über die definitive Aufnahme wird schriftlich mitgeteilt. Im Falle einer Ablehnung geschieht dies ohne Angabe von Gründen.

Für das Aufnahmegespräch wird eine Gebühr über CHF 250.00 in Rechnung gestellt. Bei einer definitiven Aufnahme wird dieser Betrag von der ersten Semesterrechnung abgezogen.
Die Zahl der Studienplätze ist beschränkt. Neben den üblichen Aufnahmebedingungen wird die Reihenfolge der Anmeldungen berücksichtigt.

Kosten und Rechnungsstellung

Die Veranstaltungen des MAS werden durch die PSP organisiert und durchgeführt.

Workshops und Seminare (siehe Studienplan)   CHF   14‘124.00
Masterarbeit (Betreuung / Beurteilung) CHF     1‘000.00
Abschlussprüfung, Zertifizierung CHF       500.00
Gesamtkosten der Weiterbildung CHF 15‘624.00

Die Kosten für die Weiterbildungselemente werden in 8 Raten jeweils pro Semester à CHF 1‘953.00 im Voraus in Rechnung gestellt. Die fristgerechte Bezahlung der Weiterbildungsgebühren ist die Voraussetzung für die Teilnahme an der Weiterbildung.

Falls der eidgenössisch anerkannte Fachtitel angestrebt wird, sind für den MAS ausschliesslich die Gebühren für die Masterarbeit sowie die Abschlussprüfung und Zertifizierung zusätzlich zu entrichten.